Viel mehr als nur Leistung: Entdecke die USB-C-Ladetechnologien
Die Leistung allein reicht nicht aus, um das Ladegerät oder die Powerbank zu finden, die am besten zu deinem Gerät passt. Bei der Wahl eines USB-C-Ladegeräts spielen neben der auf der Verpackung angegebenen Wattzahl auch Technologien wie Power Delivery, PPS und AVS eine wichtige Rolle. Sie bestimmen, wie Ladegerät und Gerät die Energieversorgung steuern.
Die Unterschiede zu verstehen, ist vor allem aus einem praktischen Grund wichtig: Ein 100-W-Ladegerät lädt einen Laptop nicht zwangsläufig besser als ein 45-W-Ladegerät. Um die Funktionen eines Ladegeräts oder einer Powerbank optimal nutzen zu können, müssen Gerät, Ladegerät, Ladeprotokoll und Kabel miteinander kompatibel sein.
Im Folgenden erklären wir auf einfache Weise die wichtigsten Unterschiede zwischen den USB-C-Ladetechnologien, damit du die Ladelösung findest, die am besten zu deinem Gerät passt.

Power Delivery: die Grundlage für schnelles Laden über USB-C
Power Delivery, oft einfach als PD bezeichnet, ist der Standard für schnelles Laden über USB-C. Diese Technologie ermöglicht es Ladegerät und Endgerät, miteinander zu kommunizieren und festzulegen, wie viel Energie übertragen werden soll.
Anstatt einfach nur Strom über das Kabel zu liefern, findet zwischen den beiden Geräten eine echte Abstimmung statt: Das Ladegerät teilt mit, welche Leistungsstufen es bereitstellen kann, und das Endgerät fordert die für seinen Bedarf am besten geeignete Leistung an. Diese Technologie arbeitet mit festen Leistungsstufen: Ein Ladegerät mit PD-Technologie kann beispielsweise 15, 27 oder 30 W bereitstellen, jedoch keine noch präzisere Zwischenstufe wählen.
Dadurch kann dasselbe Zubehör für sehr unterschiedliche Geräte verwendet werden – von Smartphones und Tablets bis hin zu Notebooks und anderen Geräten mit deutlich höherem Energiebedarf.
Die Einschränkung dieser Technologie liegt jedoch genau in diesen festen Leistungsstufen. Unsere Geräte haben während des gesamten Ladevorgangs nicht immer denselben Energiebedarf: Gegen Ende des Ladevorgangs, beispielsweise sobald ein Smartphone 80 % erreicht hat, kann es weniger Spannung oder Strom benötigen. Genau hier kommt die PPS-Technologie ins Spiel.

PPS: Power Delivery wird wirklich dynamisch
PPS steht für Programmable Power Supply und kann als eine Erweiterung beziehungsweise Weiterentwicklung der Power-Delivery-Technologie betrachtet werden.
PPS ermöglicht sehr feine und deutlich präzisere Anpassungen als die festen Leistungsstufen von Power Delivery. Die benötigte Leistung wird also nicht nur zu Beginn des Ladevorgangs festgelegt: Gerät und Ladegerät können während des gesamten Ladevorgangs weiter miteinander kommunizieren und die Stromversorgung kontinuierlich an die aktuellen Bedingungen anpassen.
Diese präzise Steuerung bringt praktische Vorteile für deine Geräte mit sich: PPS kann dazu beitragen, den Akku zu schonen. Eine Reduzierung der Ladeleistung in den letzten Phasen des Ladevorgangs hilft dabei, das Risiko einer Überhitzung zu verringern und damit auch den Verschleiß des Akkus zu begrenzen.
Die Einschränkung der PPS-Technologie besteht darin, dass sie nicht für Leistungen über 100 W ausgelegt ist. Das bedeutet: Bei Ladegeräten mit PPS-Unterstützung und einer höheren Gesamtleistung kann die Programmable Power Supply die Stromversorgung nur bis 100 W dynamisch regeln. Oberhalb dieser Leistung kommt PPS nicht mehr zum Einsatz.

AVS: dynamische Stromversorgung auch bei hoher Leistung
AVS steht für Adjustable Voltage Supply. Auch AVS ermöglicht es dem Gerät, kontinuierlich mit dem Ladegerät zu kommunizieren und eine schrittweise anpassbare Stromversorgung anzufordern. Das grundlegende Funktionsprinzip ähnelt dem von PPS, beide Technologien wurden jedoch für unterschiedliche Anforderungen entwickelt.
PPS eignet sich besonders für die dynamische Steuerung des Ladevorgangs von Geräten wie Smartphones und Tablets. AVS hingegen wurde für Leistungen über 100 W entwickelt und richtet sich damit an Geräte, die eine höhere Ladeleistung benötigen.
Mit anderen Worten: PPS und AVS verfolgen ein ähnliches Prinzip – die Stromversorgung soll nicht ausschließlich an wenige feste Leistungsstufen gebunden sein – kommen jedoch in unterschiedlichen Leistungsbereichen zum Einsatz. Während PPS vor allem die Anforderungen des Akkus berücksichtigt, bezieht AVS die Bedürfnisse aller internen Komponenten des Geräts mit ein und trägt so zu einem umfassenderen Schutz des Geräts bei.
Der Unterschied lässt sich so zusammenfassen: PD legt fest, wie viel Leistung übertragen werden kann. PPS ermöglicht bei kompatiblen Geräten eine besonders präzise Anpassung dieser Leistung. AVS überträgt ein ähnliches Konzept auf den Bereich höherer USB-C-Leistungen.

So wählst du das richtige Ladezubehör
Die maximale Leistung bleibt ein wichtiger Faktor, sollte aber nicht das einzige Auswahlkriterium sein.
Für ein Smartphone oder einen Laptop kann ein 45-W- oder 65-W-Ladegerät mit USB PD und PPS die bessere Wahl sein als ein deutlich leistungsstärkeres Ladegerät, das das vom Gerät benötigte Ladeprotokoll nicht unterstützt. Insbesondere PPS eignet sich besonders gut für Android-Geräte.
Ein Ladegerät mit AVS-Technologie ist hingegen die passendere Wahl im Bereich über 100 W bis hin zu 240 W. Damit eignet es sich ideal für leistungsstarke Notebooks und andere Geräte mit hohem Energiebedarf. AVS ist außerdem besonders für Apple-Geräte der neuesten Generation geeignet, insbesondere ab der iPhone-17-Serie.
Der praktische Vorteil dieser Technologien ist klar: weniger unterschiedliche Ladegeräte, eine höhere Kompatibilität zwischen verschiedenen Geräten und eine Energieversorgung, die besser auf die tatsächlichen Anforderungen des angeschlossenen Geräts abgestimmt ist.
Beim Kauf eines neuen USB-C-Ladegeräts lautet die richtige Frage daher nicht nur:
„Wie viel Watt hat es?“, sondern auch: „Welche Technologien unterstützt es?“
Ein wichtiger Punkt ist, dass PPS und AVS Power Delivery nicht ersetzen: Sie arbeiten innerhalb dieses Standards. Ein Ladegerät kann daher die PD-Technologie unterstützen, ohne PPS und/oder AVS zu unterstützen – umgekehrt ist dies jedoch nicht möglich.
Ein Zubehör, das alle drei Technologien unterstützt, kann einen entscheidenden Vorteil bieten: Dasselbe Ladegerät kann sich je nach angeschlossenem Gerät unterschiedlich verhalten und automatisch die kompatible und am besten geeignete Technologie nutzen.
PPS vs. PD vs. AVS: die Unterschiede auf einen Blick
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Technologie |
Funktionsweise |
Wo besonders sinnvoll |
Hauptvorteil |
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Power Delivery |
Ladegerät und Gerät stimmen die Leistung ab und wählen aus festen Ladeprofilen |
Smartphones, Tablets, Notebooks und viele weitere USB-C-Geräte |
Breite Kompatibilität und sichere Steuerung sehr unterschiedlicher Leistungsstufen |
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PPS |
Das Ladeprofil kann dynamisch und in sehr feinen Schritten angepasst werden |
Smartphones und Tablets, insbesondere Android-Geräte, mit kompatiblem Schnellladen bis 100W |
Präziseres und effizienteres Laden, Schutz des Akkus und Temperaturmanagement |
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AVS |
Ermöglicht die Anpassung des Ladeprofils bis zu 240W |
Notebooks und leistungsstarke USB-C-Geräte, High-End-Smartphones (iPhone 17 und neuer) |
Flexiblere Steuerung hoher Leistungen und Schutz aller internen Komponenten |